Ihre Ansprechpartnerin

Rechtsanwältin Carolin Fritz

(angestellte Rechtsanwältin).

Familienrechtsanwältin RA Fritz



Ringstraße 18-20, D-04703 Leisnig

Tel. 034321 / 23332

Fax. 034321 / 23345


Bürozeiten:


Montag - Donnerstag

8.00 Uhr bis 18.00 Uhr

Freitag

8.00 Uhr bis 16.00 Uhr







































Stichworte:

Unterhalt, Unterhaltsverzicht, Kindesunterhalt, Unterhaltsvorschuss,

Naturalunterhalt, Barunterhalt, Unterhaltsberechnung




Kindesunterhalt

Eltern haben gegenüber ihren Kindern viele Pflichten.

Dazu zählt auch die Pflicht, für den Unterhalt der Kinder zu sorgen.

 

Ob Sie verheiratet waren oder nicht, spielt für den Kindesunterhalt keine Rolle. Hier geht es um Ihre Stellung als Eltern.


Wer von Ihnen muss Unterhalt zahlen?


Prinzipiell haben beide Elternteilte die Pflicht für ihr Kind zu sorgen.

 

Derjenige, bei welchem das Kind lebt, kommt seiner Pflicht in Form von Naturalunterhalt nach. Dieser Elternteil hat nämlich hauptsächlich dafür zu sorgen, dass es dem Kind gut geht. Die Mutter oder der Vater kümmern sich um die tägliche Nahrungsversorgung, Hygiene, Betreuung, etc und erfüllen dadurch ihre Unterhaltspflicht.

 

Der andere Elternteil muss einen bestimmten Betrag monatlich auf das Konto des betreuenden Elternteils beweisen. Diese Unterhaltsart nennt man den Barunterhalt.

 

Wie hoch ist der Barunterhalt?


Die Höhe des Barunterhaltes hängt ganz von Ihrem Einkommen und Ihren sonstigen Verpflichtungen ab.

 

Grundlage für die Berechnung ist Ihr bereinigtes Netto- Einkommen. Das bedeutet, dass allein Ihr Lohnzettel nicht aussagefähig für Ihre Unterhaltspflicht ist.

 

Zu Ihrem Gehalt können bestimmte Faktoren hinzugerechnet, aber auch Abzüge vorgenommen werden.

 

Wurde Ihr Netto- Einkommen ermittelt, kann die Höhe des Unterhaltsbedarfes Ihres Kindes bzw. Ihrer Kinder anhand der sogenannten „Düsseldorfer Tabelle“ bestimmt werden.

 

Müssen Sie Ihrem Kind in der Ausbildung auch Unterhalt bezahlen?


Ihr Kind hat auch in der Zeit der Ausbildung noch einen Anspruch auf Unterhalt. Dieser kann jedoch aufgrund einer Anrechnung des Ausbildungsgehaltes reduziert werden.


Ihr Kind ist noch Schüler, aber schon volljährig?


Dieser Fall kann u.a. oft bei Abiturienten auftreten, welche die Schule besuchen und noch zu Hause wohnen.

 

Volljährige Kinder haben bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres gegen ihre Eltern einen Anspruch auf Unterhalt.


Was gilt, wenn Ihr volljähriges Kind studiert ?


Studenten können von ihren Eltern ebenfalls Unterhalt beanspruchen, wenn und solange sie die durchschnittliche Studiendauer nicht wesentlich überschreiten.

 

Reicht Ihr Einkommen dann überhaupt noch für Sie?


Betrachtet man die Unterhaltsverpflichtungen, kann es gerade bei mehreren Kindern finanziell schon einmal „eng“ aussehen.

 

Hier sieht die „Düsseldorfer Tabelle“ einen sogenannten Selbstbehalt vor, also einen Betrag welcher trotz aller Unterhaltsverpflichtungen für Sie nicht unterschritten werden soll.  

 

Dieser liegt beim nicht erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen aktuell (Stand: Oktober 2017) bei monatlich 880 € und bei dem erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen bei 1.080 €. In diesen Beträgen sind 380 € für Unterkunft, einschließlich Nebenkosten veranschlagt.


Was wenn der Unterhaltsverpflichtete nicht zahlen kann oder will?


  • wer nicht zahlen kann:

Der Unterhaltsverpflichtete hat die Obliegenheit, durch Erwerbstätigkeiten alles dafür zu tun, seiner Unterhaltspflicht nachkommen zu können.


  • ·         wer nicht zahlen will:
Die Verletzung der Unterhaltspflicht stellt einen Straftatbestand dar. Der gezahlte Vorschuss kann also vom Unterhaltsverpflichteten zurückgefordert werden, ihn erwartet unter Umständen ebenfalls ein Strafverfahren mit anschließender Verurteilung.

 

Wie erhalten Sie bei Nichtzahlung trotzdem Geld für Ihr Kind/ Ihre Kinder?

 

Hier hilft das Unterhaltsvorschussgesetz weiter.

 

Für die Zeit, in welcher der Unterhaltsverpflichtete nicht zahlt, leistet das Jugendamt einen sogenannten „Unterhaltsvorschuss“, welcher sich am Mindestunterhalt orientiert.

 

Seit dem 01.07.2017 wird dieser Unterhaltsvorschuss sogar bis zum 18. Geburtstag des Kindes gezahlt.

 

Die Nichtzahler des Unterhaltes sollten sich jedoch nicht zu früh freuen, denn das Jugendamt kann den gezahlten Vorschuss zurückfordern!

 

Kann auf Kindesunterhalt verzichtet werden?


Dies muss ganz klar verneint werden. Ein Verzicht auf Kindesunterhalt ist unwirksam.