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Neuerungen zum Kindesunterhalt im Jahr 2020

Zum 01.01.2020 trat die neue Düsseldorfer Tabelle in Kraft. 


Bei dieser Tabelle handelt es sich um eine im Jahr 1962 durch das Oberlandesgericht Düsseldorf eingeführte und seither in regelmäßigen Abständen angepasste Richtlinie für die Höhe des durch den Unterhaltspflichtigen zu zahlenden Kindesunterhaltes nach einer Trennung oder Scheidung. Zum 01.01.2020 sind die Unterhaltssätze in allen Einkommens- und Altersstufen zwischen 3,00 € und 34,00 € angestiegen. Während beispielsweise ein 7-jähriges Kind im Jahr 2019 noch einen Anspruch auf die Zahlung von Mindestunterhalt in Höhe von 406,00 € hatte, hat sich dieser Anspruch nunmehr auf einen Betrag in Höhe von 424,00 € erhöht. Zudem ist auch der Bedarfskontrollbetrag gestiegen. Dieser Betrag ergibt sich aus der letzten Spalte der Tabelle und hat den Zweck, die Ungleichbehandlung zwischen dem Unterhaltspflichtigen und dem Unterhaltsberechtigten zu verhindern. Das bedeutet, wenn der Unterhaltspflichtige nach Abzug aller von ihm zu leistenden Unterhaltsbeträge den Bedarfskontrollbetrag unterschreitet, darf er in die nächst niedrigere Einkommensgruppe eingestuft werden. Dementsprechend sinken in diesem Fall auch die Unterhaltsbeträge für die Berechtigten.


Nicht zuletzt wurde zum 01.01.2020 auch der Selbstbehalt für Erwerbstätige von 1.080,00 € auf einen Betrag in Höhe 1.160,00 € und der Selbstbehalt für Nichterwerbstätige von 880,00 € auf 960,00 € erhöht. Der Selbstbehalt bezeichnet den Betrag, der dem Unterhaltspflichtigen letztendlich verbleiben muss, um das Existenzminimum zu sichern. Achtung: Die aus der Düsseldorfer Tabelle ablesbaren Werte stellen zumeist noch nicht den tatsächlich von dem Unterhaltspflichtigen zu zahlenden Betrag dar, da in der Regel noch das hälftige Kindergeld abgezogen werden muss.


Carolin Voigt

(angestellte Rechtsanwältin)